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Abends kratzt der Hals, am nächsten Morgen ist die Nase zu. Eine Erkältung kommt selten überraschend, meist im Herbst und Winter, und meistens geht sie von allein wieder weg. Trotzdem gibt es Fragen, die uns am Tresen jeden Tag gestellt werden: Wie lange dauert das noch, was hilft wirklich, und wann sollte ich zum Arzt? Hier sind unsere Antworten.

Erkältung oder Grippe: Wie erkenne ich den Unterschied?

Der auffälligste Unterschied ist der Beginn. Eine Erkältung entwickelt sich allmählich über einige Tage, mit Schnupfen, Niesen, Halsschmerzen und Husten; dazu können Mattigkeit, leichtes Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen kommen. Eine Grippe beginnt dagegen typischerweise plötzlich, häufiger mit hohem Fieber und Schüttelfrost.

„Grippaler Infekt“ klingt zwar nach Grippe, meint aber in aller Regel genau das Gegenteil, nämlich die harmlose Erkältung.

Wichtig zu wissen: Sicher auseinanderhalten lässt sich beides anhand der Beschwerden nicht immer. Wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören oder es Ihnen schnell sehr schlecht geht, ist das ein Fall für die Arztpraxis und nicht für den Handverkaufstisch.

Wie lange dauert eine Erkältung?

In der Regel ist nach ungefähr einer Woche das Schlimmste vorbei. Ein Husten kann danach noch eine Weile bleiben, ohne dass etwas nicht stimmt.

Erwachsene haben im Schnitt zwei bis vier Erkältungen pro Jahr. Weil es sehr viele verschiedene Erkältungsviren gibt, schützt eine überstandene Erkältung nicht vor der nächsten. Wer sich also im November und im Februar ansteckt, hat kein schwaches Immunsystem, sondern Pech mit zwei verschiedenen Viren.

Was hilft bei einer Erkältung wirklich?

Gegen die Erkältungsviren selbst gibt es bis heute kein Mittel, und die Dauer lässt sich kaum verkürzen – das erledigt Ihre Abwehr. Gegen die Beschwerden lässt sich dagegen einiges tun, und darum geht es in dieser Woche.

Für eine verstopfte Nase, für Halsschmerzen, für Husten und für Fieber gibt es jeweils Mittel, die spürbar helfen. Sie lindern die Beschwerden so weit, dass Sie wieder schlafen und zur Ruhe kommen – und genau das braucht Ihr Körper jetzt.

Welches davon zu Ihnen passt, ist die eigentliche Frage. Das hängt daran, welche Beschwerde Sie am meisten stört, was Sie sonst noch einnehmen, was Sie vertragen und ob Sie schwanger sind, stillen oder für ein Kind einkaufen. Für jede dieser Situationen gibt es eine andere richtige Antwort, und bei mancher Kombination raten wir auch klar ab. Dafür stehen wir am Tresen, und dafür müssen Sie nichts mitbringen außer Ihrer Frage.

Dazu kommt, was Ihre Großmutter auch gesagt hätte: viel trinken, warm halten, sich schonen. Zu Mitteln mit Zink, Vitamin C oder Echinacea ist die Studienlage bislang uneinheitlich – wir sagen Ihnen gern, was im Einzelfall dafür und was dagegen spricht.

Helfen Antibiotika bei einer Erkältung?

Nein. Erkältung und Grippe werden durch Viren verursacht, und gegen Viren sind Antibiotika wirkungslos.

Das gilt auch dann, wenn der Schleim gelb oder grün ist. Diese Färbung ist kein Zeichen dafür, dass Bakterien im Spiel sind, sondern gehört zum normalen Verlauf. Ein Antibiotikum verordnet die Arztpraxis dann, wenn tatsächlich eine bakterielle Infektion dazukommt.

Der häufigste Fehler: Mittel doppelt einnehmen

Das ist der Punkt, an dem wir am häufigsten eingreifen. Viele Kombinationspräparate gegen Erkältung enthalten bereits einen schmerzstillenden Wirkstoff. Wer zusätzlich eine Kopfschmerztablette nimmt, nimmt denselben Wirkstoff unter Umständen zweimal.

Das merkt man nicht, und genau das macht es heikel. Bringen Sie deshalb mit, was Sie bereits zu Hause haben, oder fotografieren Sie die Packungen. Wir schauen in einer Minute nach, ob sich etwas überschneidet.

Wann sollten Sie zum Arzt?

Bei diesen Anzeichen warten Sie bitte nicht ab:

  • Die Beschwerden halten länger als zehn Tage an
  • Es wird schlechter statt besser
  • Hohes Fieber oder Fieber, das nach einigen Tagen erneut ansteigt
  • Atemnot, Kurzatmigkeit oder Schmerzen beim Atmen
  • Starke Hals- oder Ohrenschmerzen

Bei Säuglingen, in der Schwangerschaft und bei chronischen Vorerkrankungen gilt eine niedrigere Schwelle. Im Zweifel lieber einmal zu früh anrufen als einmal zu spät.

Wenn Sie es nicht aus dem Haus schaffen

Mit Fieber im Bett zu bleiben ist keine Schwäche, sondern vernünftig, auch gegenüber allen anderen.

Was Sie brauchen, können Sie vorab bei uns bestellen, per App, WhatsApp, Formular oder telefonisch. Haben Sie ein Rezept bekommen, schicken Sie uns Ihr E-Rezept am besten vorab. Und wenn niemand es abholen kann, bringt unser Botendienst Ihnen alles nach Hause.

Bei Atemnot, starken Brustschmerzen, hohem Fieber mit starker Beeinträchtigung oder wenn es einem Säugling sichtbar schlecht geht, ist das kein Fall für Selbstbehandlung. Rufen Sie dann die Arztpraxis an, außerhalb der Sprechzeiten den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. Bei einem Notfall wählen Sie die 112.

Häufige Fragen

Darf ich mit einer Erkältung Sport machen?

Besser nicht. Solange Sie Fieber haben, sich abgeschlagen fühlen oder Gliederschmerzen spüren, gehört der Körper in Ruhe und nicht ins Training. Warten Sie, bis Sie sich wieder richtig fit fühlen, und steigen Sie dann langsam ein.

Wie lange ist man ansteckend?

Ungefähr so lange, wie Beschwerden bestehen, und ansteckend ist man schon, bevor die ersten Beschwerden auftreten. Für Ihre Umgebung sind deshalb Händewaschen und Abstand der beste Schutz. Um Ihre eigenen Beschwerden kümmern wir uns.

Ich bin gegen Grippe geimpft, warum bin ich trotzdem erkältet?

Die Grippeimpfung richtet sich nur gegen Influenzaviren. Gegen die vielen Erkältungsviren schützt sie nicht. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel zur Grippeimpfung.

Was kann ich in der Schwangerschaft nehmen?

Hier ist die Auswahl deutlich kleiner, und manches ist nicht geeignet. Sprechen Sie uns an oder fragen Sie in Ihrer Praxis nach, bevor Sie etwas einnehmen. Das gilt auch beim Stillen.

Mein Kind ist erkältet, gilt alles hier genauso?

Nein. Viele Mittel für Erwachsene sind für Kinder nicht geeignet, und die Dosierung richtet sich nach dem Gewicht. Fragen Sie uns nach etwas Passendem und gehen Sie bei Säuglingen frühzeitig zur Kinderärztin oder zum Kinderarzt.

Quellen

  1. Bundesministerium für Gesundheit: Erkältung: Symptome und Behandlung Abgerufen am 21. Oktober 2026.
  2. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Atemwegsinfektionen Abgerufen am 21. Oktober 2026.
  3. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Antibiotika Abgerufen am 21. Oktober 2026.
  4. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: Erkältung Abgerufen am 21. Oktober 2026.

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